Alle Artikel mit dem Schlagwort: Zeit

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Perfektionismus Teil 2: Lass’ dir Zeit und hinterfrag’ deine Motivation

Im Moment überschlagen sich meine Ideen wie eine Doppelreihe synchron angeordneter Purzelbäume. Ich spüre allmählich wie sich anfangs vage Gedanken zu einem Ganzen fügen und die unscharfen Umrisse nach und nach klarer werden. Doch mit dieser Deutlichkeit geht vor allem eins einher – mein verrückter Wunsch nach einem 30-Stunden-Tag. Zu dem Überschuss an Ideen gesellt sich auch noch meine Impulsivität, was wiederum dazu führt, dass ich die Welt am liebsten bei jedem neuen Geistesblitz niederreißen möchte. Mich so von diesen Impulsen treiben zu lassen ist jedoch mit Sicherheit der beste Weg um den Spaß an der Sache zu verlieren.

Kopf versus Suchmaschine: Das Einmaleins der Informationen

In der Schule habe ich – wie jedes Kind, das Glück hat eine Ausbildung zu absolvieren – die Grundrechnungsarten gelernt. Sagen wir mal so – wirklich erfreut das Einmaleins zu pauken war ich definitiv nicht. Doch was mich fasziniert hat, war die Beständigkeit der Gleichungen. Vier mal Vier macht Sechzehn. Zweiundsiebzig durch Acht ergibt Neun. Also habe ich meine Sätzchen gelernt und gelernt, bis sie wie aus der Pistole geschossen kamen und ich sie ohne nachzudenken aufzählen konnte. Ein paar Jahre später studierte ich Zahlen auf einer völlig anderen Ebene. Die Rechnungen waren komplexer und die Ergebnisse verwirrender geworden. Plötzlich gab es Buchstaben und Hochzahlen, Wurzeln und Prozente und (nicht zu vergessen) ein kleines Arschloch namens Pi. Zu diesem Zeitpunkt war meine Begeisterung für die Lehre der Mathematik auf ein Minimum gesunken. Doch dann kam er – der Moment, da uns die Komplexität dieser Formeln erstmals erlaubte einen Taschenrechner zu verwenden. Von da an war Mathe ein leichtes Spiel. Klar, die Prozesse, die uns zum Ergebnis führten galt es nach wie vor zu erlernen, doch all die Dinge, die wir uns als Volksschulkinder mühsam erarbeitet hatten, waren für unseren Kopf nicht mehr relevant. Plötzlich gab es da etwas, das uns so viel Denkarbeit abnahm und ich konnte nicht glücklicher sein.