Alle Artikel mit dem Schlagwort: Selbstfindung

Projekt Polly Illustration Laura 28

Laura, 28: Konflikte bringen mich meinem Selbst näher als das unkomplizierteste Miteinander

Laura ist 28 Jahre alt und lebt in Bayern. In ihrer Freizeit taucht sie gern in Bücher ein und im Sportschwimmbecken ab. Über das und noch mehr schreibt sie übrigens auf ihrem eigenen Blog. Identität ist für mich das eigene Ich. Das Quantum Individualität, das mich von anderen 28-jährigen Mädels mit braunen Haaren unterscheidet – von Geruch über Aussehen, dem Verhalten, bis hin zur Zahnstellung.

Treppe

Zukunft, Ziel und Zuckerwatte: Ein 6-Stufen Plan für Zielwiderstreber [sic!]

Meine Beziehung zu Zielen ist kompliziert. Mir widerstrebt grundsätzlich alles was nach Management-Tool oder Business Analyse Modell klingt, ich aber unbedingt auf mein Leben anwenden sollte um so richtig geile Erfolge zu sehen. Statt Motivation zu verspüren fühle ich mich von Zielen unter Druck und empfinde den Weg dorthin als mühsam und langwierig (und das obwohl ich multi-passioniert und furchtbar talentiert bin). Andere wiederum schleppen Träume länger mit als Omi ihren Bausparer und bringen es einfach nicht fertig einen Schritt vor den anderen zu setzen. Und dann gibt es noch die Leute, die einfach gar keine Ziele haben, weil die Frage „Was will ich?“ ihnen mehr Angst einflößt, als ein Termin zur Kieferbohrung.

Projekt Polly Illustration Anna 23

Anna, 23: Der Identität zu trotzen fühlt sich manchmal an wie geistige Prostitution

Identität hat für mich zwei Bedeutungen. Objektiv betrachtet ist es die Gesamtheit meiner offiziellen und bürokratischen Charakteristika, die mich als Individuum von anderen Menschen abgrenzt. In diesem Zusammenhang ist Identität etwas, das ich nicht eigenständig verändern kann, sondern behördlich ändern lassen muss (wie Name, Adresse, Beruf, Stichwort Zeugenschutz-Programm). Vielleicht ist Identität in diesem Kontext auch stark mit Demographie verbunden.

Fische (C) Annie Spratt

Mehr Mut zum Durchschnitt

Wie oft verwende ich das Wort „normal“? So gut wie nie. Entweder etwas ist gut oder schlecht, hell oder dunkel. Ich bewege mich in einem Universum der Dinge, die außergewöhnlich sind oder merkwürdig, manchmal sogar beängstigend. Normalität hingegen ist der Standard einer Situation: ein gesunder Blutwert, ein BMI von 22 oder 15° C im Frühling. Etwas, das man voraussagen kann und das man bei dessen Eintritt als real akzeptiert. Normal ist nichts, was man erst verarbeiten muss oder etwas, das einen überraschen könnte. Mit Belanglosigkeiten beschäftigt man sich nur kurz, es sind oft primitive Notwendigkeiten wie auf die Toilette zu gehen, bevor man sich wieder in jene Welt begibt, in der alle versuchen hervorzustechen.