Monate: August 2016

Laufende Kinder auf Wiese (C) Jordan Whitt

TU-ES-DAY: Finde dein Tempo und lauf’ los

Ich bin definitiv keine Sportskanone. Mannschaftssport setze ich mit einer grausamen öffentlichen Folter gleich – Blamage, körperliche Schmerzen und Menschen (Kinder sind grausam), die sich köstlich darüber amüsieren, dass der scheinbar einzig funktionierende Körperteil an mir mein Mund ist, aus dem ein wehklagender Schrei nach dem anderen dringt. Erst als ich die geheimen Vorzüge des Einzelsports für mich entdeckte, begann ich “Bewegung” mit anderen Dingen als Angstschweiß und Pein zu assoziieren. Also kaufte ich mir ein verbilligtes Paar Laufschuhe und beschloss mir selbst ein Bild von dem Just-Do-It-Hype zu machen. Die ersten 50 Meter lief ich mit Bravour – graziös, schnell und unbeugsam. Die nächsten 100 lief ich schon mit schnappendem Atem und als ich den ersten halben Kilometer erreichte, musste ich mir eingestehen, dass mein Anfangs-Tempo mehr als unrealistisch gewesen war. Ich verringerte meine Laufgeschwindigkeit drastisch – in Wahrheit kann man wahrscheinlich eher von beschwingtem Gehen sprechen – und schaffte es eine halbe Stunde später mit hochrotem Kopf durch’s Ziel.

Lesender Mann in Bar

TU-ES-DAY: Triff’ deine eigenen Entscheidungen

Entscheidungen sind ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Dieser variiert in seiner Ausprägung vor allem aufgrund kultureller Differenzen – Gesetze, Politik und Glaubenssätze beeinflussen nicht nur wie wir entscheiden, sondern auch was wir entscheiden (dürfen). Die Wahlmöglichkeiten reichen von spärlich bis endlos und können aufgrund ihrer Vielfalt zur absoluten Verzweiflung führen. Steht man in einem Eisgeschäft, das 100 Sorten anbietet, sollte man schon genau wissen was man möchte, um keinen Nervenzusammenbruch zu erleiden. Zugegeben – Entscheidungen zu treffen ist nicht immer leicht. Meist haben wir genau dann Probleme damit, wenn die Auswirkungen des Entschlusses unsere Zukunft gravierend beeinflussen – ein potentieller Neuanfang in einer fremden Stadt, eine aufregende Karrierechance oder der Entschluss aus einer Bettgeschichte eine Beziehung werden zu lassen. Stehen uns Entscheidungen solcher Art bevor, verwandeln wir uns in unausstehliche Nervensägen. Wir quälen unsere Freunde mit endlosen Telefonaten, unzähligen Nachrichten und treiben sie durch unser Elend dazu, bei jedem Gespräch mindestens zwei Flaschen Wein zu köpfen, damit sie die nächsten Stunden an unserer Seite auch irgendwie überstehen. Am Anfang hört man uns meist noch an, doch nachdem man die Sache fünf- sechsmal zusammen durchgekaut hat, fällt es dem Gegenüber sichtlich …

Stehende Frau mit den Händen in der Hüfte (C) Alexa Mazzarello

TU-ES-DAY: Verbanne “ich muss” aus deinem Wortschatz

Wenn ich für jeden Satz, der ein “ich muss” beherbergt, Geld bekommen würde, könnte ich mir mit meinen eigens auferlegten Pflichten ein neues Auto kaufen. Und ich rede jetzt nicht von einem Gebrauchtwagen mit Dellen an der Seite, abgefahrenen Reifenprofilen und ranzigen Klebefolien an den Türen. Nein – ich könnte mir tatsächlich einen richtig schicken Wagen kaufen, mit Alufelgen so groß wie eine Badewanne und all dem restlichen Schnicki Schnacki, das die Augen eingefleischter Autofreaks zum Strahlen bringt.

Boot am Wasser (C) Filip Cernak

TU-ES-DAY: Genieß’ dich selbst

Viele von uns verbinden die Phrase “allein sein” mit dem Gefühl von Einsamkeit. Das Telefon muss immer griffbereit sein, die Freunde immer in unmittelbarer Nähe und die geliebten Social Media Kanäle sollten am besten alle vorhandenen Screens bespielen, die unsere Wohnung zu bieten hat. Doch was passiert wirklich, wenn wir nicht erreichbar sind, keine bekannten Gesichter um uns haben oder wir uns an einem Ort befinden, der weder WLAN noch Netz hergibt?